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Franchise-WIKI - Aufbau

Der Gedanke, aus dem eigenen Unternehmen ein Franchiseunternehmen zu machen und mit der eigenen Geschäftsidee andere Menschen zu inspirieren, ist oft sehr aufregend und motivierend. Damit der Übergang gelingt, braucht der werdende Franchisegeber jedoch eine erfolgsorientierte Einstellung.

In unserer langjährigen Arbeit sind wir immer wieder auf dieselben typischen Denkfehler gestoßen, die den großen Plan vom eigenen Franchisekonzept schon vor dem Beginn zunichtemachen können. Prüfen Sie Ihre Einstellung selbst auf die folgenden acht typischen Fehler. 

1. Fehler: Der Franchisegeber meint, er brauche nur wenige Partner

40 Partner, die erfolgreich werden und jeweils eine durchschnittliche Lizenzgebühr von 1.000 € im Monat zahlen – davon lässt es sich schon gut leben, oder? Doch wer meint, als Franchisegeber mit 20 oder auch 40 Franchisepartnern dauerhaft erfolgreich sein zu können, der irrt: Viel zu schnell könnte das gerade aufgebaute Franchisesystem zusammenbrechen, wenn die ersten Partner das System wieder verlassen. Und da sprechen wir noch nicht von großen Krisen, wie wir sie alle während der Corona-Pandemie erlebt haben. Nur eine gewisse Größe und finanzieller Spielraum bringen Stabilität und die Möglichkeit für krisensicheres Wachstum. 

Außerdem haben Franchisegeber auch ihren Partnern gegenüber eine Verantwortung: Auch diese wollen wachsen, erfolgreicher werden und mit ihrem Geschäft ihre Familien ernähren. Der Ruf, den das Franchiseunternehmen genießt, ist dafür nicht unerheblich. Das eigene Unternehmen bekannter zu machen und mit immer neuen Innovationen auszustatten, gehört daher zu den wichtigen Pflichten eines Franchisegebers

2. Fehler: „Ich will mich darum nicht kümmern.“ 

Der werdende Franchisegeber ist bereit, viele Partner zu akquirieren, aber deren Betreuung, Schulung und Unterstützung soll besser jemand anders übernehmen? Es spricht grundsätzlich nichts dagegen, dass Sie sich Mitarbeiter an Ihre Seite holen, um Ihre Partner voranzubringen. Vergessen Sie jedoch nie, dass Sie eine große Verantwortung für Menschen tragen, die Ihnen vertrauen und auf Grundlage Ihrer Geschäftsidee ihr komplettes Leben auf den Kopf stellen – ihren alten Job kündigen, ihre eigene Geschäftsidee hintenanstellen und auch ihre Familie von dem großen Schritt überzeugen. 

Verlassen Sie sich auch nicht darauf, dass Ihre Franchisepartner allein schaffen können, was Sie selbst geschafft haben. Sie sind Franchisegeber, und als solcher haben Sie eine andere Funktion und eine andere Denkweise. Es liegt an Ihnen, die versprochene Unterstützung zu gewährleisten – das ist das Recht Ihrer Franchisepartner

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3. Fehler: Der Franchisegeber denkt, er benötige keinen Franchisevertrag

„Einen Franchisevertrag hab ich schon, den gab es kostenlos im Internet.“ Noch schlimmer: den Vertrag eines anderen Unternehmens zu übernehmen und einfach leicht anzupassen. Ganz abgesehen davon, dass Letzteres rechtlich bedenklich ist: Es geht hier nicht nur darum, einmalig einen wasserdichten Franchisevertrag aufzusetzen, sondern darum, ein über Jahre und Jahrzehnte wachsendes und erfolgreiches Franchiseunternehmen aufzubauen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Sie rechtliche Unterstützung brauchen – arbeiten Sie daher von der ersten Minute an mit einem Fachanwalt für Franchiseunternehmen zusammen. 

4. Fehler: „Ich will, dass es schnell geht.“

Ein Franchiseunternehmen aufzubauen, ist keine Sache von drei Monaten. Sie melden nicht einfach ein kleines Gewerbe an – Sie skalieren ein Konzept, auf deren Basis Menschen ihre eigene Existenz aufbauen. Diesen Menschen versprechen Sie mit Ihrem Namen, dass Erfolg mit Ihrem Franchisekonzept möglich ist. Es ist Ihre Aufgabe, Ihre Franchisepartner auf diesem Weg zu schulen, zu begleiten und bei Problemen zu unterstützen. Bis all diese Strukturen wirklich etabliert sind und gut funktionieren, dauert es nach unserer Erfahrung mindestens 18 Monate – halbherzige Abkürzungen rächen sich später. 

 

 

5. Fehler: Der Franchisegeber möchte das Franchiseunternehmen „nebenbei“ aufbauen

Dieser Punkt schließt an den vorhergehenden an: Der Aufbau eines Franchiseunternehmens ist nicht vergleichbar mit dem sanften Übergang, wenn sich jemand nebenberuflich selbstständig macht. Vielleicht haben Sie vor Ihrer Unternehmensgründung bereits angestellt gearbeitet? Dann wissen Sie, dass irgendwann der Moment kam, an dem Sie sich voll und ganz für Ihr Unternehmen entscheiden mussten – undenkbar, neben einem Vollzeitjob auch noch Geschäftsführer zu sein. Ebenso benötigt Ihr Franchiseunternehmen Ihre volle Konzentration, Energie und Begeisterung. 

6. Fehler: „Die Eintrittsgebühr macht mich reich.“

Hin und wieder kommen Unternehmer zu uns, die von Bekannten das Thema Franchise schmackhaft gemacht bekommen haben. Franchising ist faszinierend, keine Frage – und der Gedanke, mit dem eigenen Know-how viel Geld zu verdienen, ebenfalls. Jedoch sind es nicht die Einstiegsgebühren, die Sie reich machen, auch wenn die Vorstellung von 40 Partnern mit einer Einstiegsgebühr von jeweils 40.000 € zunächst sehr vielversprechend klingen mag.

Bevor Sie allerdings den allerersten Franchisepartner an Bord holen können, haben Sie bereits eine Menge Zeit und Geld investiert. Sie haben einen Pilotbetrieb betrieben, ein Handbuch angelegt, Schulungen ausgearbeitet, einen Franchisevertrag aufgesetzt, sich beraten lassen, Innovationen erdacht und umgesetzt und vieles mehr. 40.000 € sind zu diesem Zeitpunkt schon lange verpufft, und was Sie an Einstiegsgebühren einnehmen, dient der Weiterentwicklung Ihrer Systeme zum Wohl Ihrer Franchisepartner. 

Warum? Weil Sie als Franchisegeber das richtige Geld damit verdienen, dass Ihre Partner erfolgreich sind und mit wachsendem Erfolg immer höhere umsatzabhängige Franchisegebühren an Sie zahlen. 

7. Fehler: Die Angst, Franchisepartner könnten auf ihre eigene Marke umsteigen

Ganz unberechtigt ist die Sorge nicht: Sie investieren viel, damit Ihre Partner erfolgreich werden können, Sie teilen Ihr Know-how und machen mithilfe von Schulen alles für Ihre Partner zugänglich. Was, wenn ein Partner sich nun sicher etabliert hat, dann aus dem Franchisekonzept aussteigt und unter eigener Marke das erhaltene Wissen nutzt? 

Zwei Dinge schützen Sie als Franchisegeber vor dieser Situation: 

  1. Innovationen. Franchisenehmer kommen zu Ihnen, weil sie erfolgreich selbstständig sein möchten – nicht unbedingt, weil sie eigene Ideen umsetzen wollen. Das ist Ihre Aufgabe und größte Stärke als Franchisegeber. Wenn Sie innovationsbegeistert sind, den Markt beobachten und der Konkurrenz stets einen Schritt voraus sind, dann bleibt Ihre Marke immer einzigartig.
  2. Der Umgang mit Ihren Franchisepartnern.. Ein Franchisepartner, der sich bei Ihnen gut aufgehoben, sicher, geschätzt und bestmöglich unterstützt fühlt, hat keinen Grund, das Konzept zu verlassen – ein weiterer Grund dafür, warum es so wichtig ist, dass Sie Ihre Verantwortung als Franchisegeber ernstnehmen. 

 

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8. Fehler: Das Handbuch als notwendiges Übel betrachten

Der Franchisegeber ist verpflichtet, sein Know-how zur Verfügung zu stellen und seine Franchisenehmer zu schulen, damit diese erfolgreich ihre Selbstständigkeit aufbauen können. Aber Ihr Franchisehandbuch beinhaltet so viel mehr als nur den „Pflichtteil“ – es ist das Herz und die Seele Ihres Franchisekonzepts. Darüber hinaus ist ein digitales Handbuch nicht nur für Franchiseunternehmen, sondern für jeden Betrieb essenziell, ob Sie nun Mitarbeiter-Onboardings damit durchführen oder Ihre Franchisepartner schulen. 

Deshalb der wichtige Tipp: Halten Sie Ihre Franchisehandbuch lebendig und akzeptieren Sie, dass es niemals fertig sein wird. Das ist gut so, bedeutet es doch, dass Ihr Franchiseunternehmen immer weiterwächst und sich erfolgreich entwickelt. 

Haben Sie Interesse daran, ein Franchiseunternehmen aufzubauen? Dann lassen Sie sich unverbindlich von uns beraten!

 

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