Die 8 häufigsten Fehler beim Aufbau eines Franchisesystems
Die typischen Denkfehler beim Aufbau eines Franchisesystems
Der Gedanke, aus dem eigenen Unternehmen ein Franchiseunternehmen zu machen und andere Menschen mit der Geschäftsidee zu inspirieren, wirkt motivierend. Damit der Übergang gelingt, braucht ein werdender Franchisegeber jedoch eine klare und erfolgsorientierte Einstellung.
In unserer langjährigen Arbeit mit Franchisesystemen begegnen uns immer wieder dieselben typischen Denkfehler, die den großen Plan schon vor Beginn stoppen können. Prüfen Sie selbst, ob Sie diese acht Fehler vermeiden.
Fehler 1: Zu wenige Partner im Franchisesystem einplanen
40 Partner, die jeweils im Schnitt 1.000 € Lizenzgebühr zahlen, mögen nach Erfolg klingen. Doch wer denkt, mit 20 oder auch 40 Franchisepartnern dauerhaft ein stabiles Franchisesystem aufbauen zu können, irrt. Schon wenn nur wenige Partner aussteigen, steht das System auf wackeligen Füßen – ganz zu schweigen von Krisenzeiten wie während der Corona-Pandemie.
Ein Franchisesystem braucht eine gewisse Größe und finanziellen Spielraum. Nur so entsteht Stabilität, Innovation und die Möglichkeit, eine bekannte Marke aufzubauen.
Fehler 2: Betreuung der Franchisepartner vernachlässigen
Manche Franchisegeber wollen zwar aktiv Partner akquirieren, aber deren Betreuung lieber anderen überlassen. Grundsätzlich spricht nichts gegen ein kleines Support-Team. Allerdings tragen Sie als Franchisegeber persönlich die Verantwortung für Menschen, die ihre berufliche Zukunft auf Ihre Geschäftsidee setzen.
Ihre Aufgabe ist es, Unterstützung bereitzustellen. Franchisepartner haben das Recht, von ihrem Franchisegeber geschult, begleitet und unterstützt zu werden.
Fehler 3: Kein rechtssicherer Franchisevertrag
„Ein Mustervertrag aus dem Internet reicht schon.“ Diese Annahme ist gefährlich. Ein Franchisevertrag muss nicht nur rechtssicher, sondern auch auf das Wachstum eines Franchisesystems ausgelegt sein. Arbeiten Sie deshalb von Anfang an mit einem Fachanwalt zusammen, um Ihr Franchiseunternehmen langfristig abzusichern.
Weiterführende Infos: Der Franchisevertrag
Fehler 4: Schnelle Abkürzungen im Franchisesystem suchen
Ein Franchisesystem aufzubauen, dauert mindestens 18 Monate. In dieser Zeit entstehen Strukturen, Handbücher, Prozesse und Schulungssysteme. Ein übereilter Start rächt sich später immer. Planen Sie lieber realistisch, um ein stabiles Fundament zu schaffen.
Mehr zum Ablauf: Franchisesystem aufbauen Schritt für Schritt
Fehler 5: Franchise nebenbei aufbauen wollen
Ein Franchiseunternehmen aufzubauen, ist kein Nebenprojekt. Ihr Franchisesystem lebt von voller Konzentration, Begeisterung und Zeit. Wer glaubt, dies neben einem Vollzeitjob erledigen zu können, wird scheitern – genauso, wie man nicht gleichzeitig ein Angestelltenverhältnis und eine vollständige Geschäftsführung übernehmen kann.
Fehler 6: Einstiegsgeld überschätzen
Einstiegsgebühren allein machen keinen Franchisegeber reich. Bis Sie den ersten Franchisepartner an Bord holen, haben Sie bereits Pilotbetriebe getestet, ein Handbuch geschrieben und Beratungskosten getragen. Das echte Einkommen entsteht über laufende Franchisegebühren – also nur, wenn Ihre Partner dauerhaft erfolgreich sind.
Fehler 7: Angst vor Partner-Abwanderung
Die Sorge, dass Partner Ihr Know-how kopieren und eigene Marken aufbauen, ist nachvollziehbar. Zwei Dinge schützen Sie: Erstens Innovation – bleiben Sie immer einen Schritt voraus. Zweitens ein starker Zusammenhalt im Franchisesystem. Ein Franchisepartner, der sich gut betreut und unterstützt fühlt, wird nicht abspringen wollen.
Fehler 8: Das Handbuch unterschätzen
Das Franchisehandbuch ist mehr als Pflicht. Es ist Herzstück des Franchisesystems. Es wächst ständig weiter und bietet Schulungen, Prozesse und Standards. Akzeptieren Sie, dass es nie „fertig“ ist – denn das ist ein Zeichen dafür, dass Ihr Franchisesystem sich entwickelt und anpasst.
Fazit: Erfolgreiches Franchisesystem braucht klare Struktur
Ein Franchiseunternehmen aufzubauen, ist anspruchsvoll und erfordert Zeit, Struktur und persönliche Verantwortung. Wer die typischen Denkfehler vermeidet, legt die Grundlage für ein starkes, zukunftsfähiges Franchisesystem.
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