Know-how im Franchisesystem

Know-how im Franchisesystem

Wo liegt das Know-how Ihres Geschäftsmodells?

Sie müssen kein Franchisegeber sein, um sich zu fragen: Wo bewahren Sie das gesamte Know-how Ihres Firmen- und Geschäftsmodells auf? Verstecken Sie es online, in der Cloud, in einem Buch, auf Zetteln, in Ihrem Kopf oder in den Köpfen Ihrer Mitarbeiterinnen? Täglich lernen alle in Ihrem Unternehmen hinzu. Doch wo sammeln Sie, als Geschäftsinhaberin und Unternehmer*in, dieses wertvolle Wissen?

Franchise als effektives Wissensmanagement-System

Franchisesysteme mit ihren regional verteilten Partnerstandorten erzeugen täglich neues Wissen. Sie testen, wenden an, verkaufen dieses Wissen – und das dezentral. Ihre Franchisepartner sind die Seismographen des Systems vor Ort. Nutzen Sie diese Seismographen für Ihre Strategie und Geschäftsentwicklung!

Andere Geschäftsmodelle oder Einzelunternehmer müssen oft mühsam ein Kommunikationsnetzwerk aufbauen, um den Markt zu beobachten und schnell reagieren zu können. Ein Franchisesystem bringt dieses Netzwerk bereits mit. Um jedoch erfolgreich zu sein, muss der Franchisegeber das Wissen zentral bündeln, zusammenführen und jedem Systemteilnehmer jederzeit zugänglich machen.

Chancen und Risiken der Wissensbündelung

Für Franchisegeber bietet sich durch die zentrale Bündelung des Know-hows die Chance, rechtzeitig auf Marktentwicklungen zu reagieren. Die Franchisepartner liefern wichtige Informationen über festgelegte und kommunizierte Kanäle. Daraus entsteht eine system- und vertragsimmanente Innovationspflicht.

Nur wer diese Informationen systematisch sammelt und auswertet, kann sein Geschäftsmodell weiterentwickeln. Der Aufbau eines Wissensmanagements, etwa in Form eines Online-Handbuchs, hilft dabei, dieses Ziel zu erreichen.

Wissensmanagement als Grundlage der Strategie

Ein Franchisegeber sollte die Know-how-Dokumentation regelmäßig pflegen und diesen Prozess aktiv begleiten. Benennen Sie einen Hauptansprechpartner für das Handbuch, idealerweise im Partnermanagement oder der Partnerbetreuung. Diese Person sorgt dafür, dass das täglich anfallende Systemwissen dokumentiert, allen zugänglich gemacht und gemeinsam ausgewertet wird.

Führen Sie Prozesse ein, die verhindern, dass wertvolles Know-how von Franchisepartnern, Mitarbeitenden oder Kooperationspartnern verloren geht. Nur so sichern Sie sich einen langfristigen Wettbewerbsvorteil.

Know-how als Entscheidungskriterium für Franchiseinteressenten

Ein wichtiger Prüfpunkt für potenzielle Franchisenehmer ist die Know-how-Dokumentation. Sie repräsentiert den Kernwert Ihres Systems, indem sie die Wettbewerbsposition des Partners stärkt und den Marktzugang erleichtert.

Beachten Sie dabei den Europäischen und Deutschen Verhaltenskodex für Franchising.

Was bedeutet „Know-how“?

Know-how umfasst praktische, nichtpatentierte Kenntnisse, die auf den Erfahrungen des Franchisegebers beruhen und erprobt wurden. Dabei müssen drei Kriterien erfüllt sein:

    • Geheim: Das Wissen ist in wesentlichen Teilen nicht allgemein bekannt oder leicht zugänglich.

    • Wesentlich: Es betrifft wichtige Aspekte wie Warenpräsentation, die Kundenbetreuung, Dienstleistungserbringung sowie die geschäftliche Führung inklusive Finanzen.

    • Identifiziert: Das Know-how ist ausführlich beschrieben und die Quelle nachvollziehbar.