Ziehen Deine Franchisepartner Geld an Dir vorbei?
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Du bist Franchisegeber und hast das Gefühl oder bist Dir sogar sicher, dass Deine Franchisepartner Dir nicht alle Umsätze melden? Und weil die monatlichen Franchisegebühren prozentual berechnet werden, zahlen sie Dir deshalb weniger Franchisegebühren als sie müssten?
Eine äußerst unangenehme Situation für jeden Franchisegeber, nagt sie doch gleich an der wichtigsten Ressource einer jeden Geschäftsbeziehung – dem gegenseitigen Vertrauen:
Geht es dem Franchisepartner wirtschaftlich so schlecht, dass er einfach nicht mehr zahlen kann? Stellt er Deine Leistungen als Franchisegeber in Frage? Gibt es Anlass dazu? Gibt es einen anderen Konflikt, der nun stellvertretend beim Thema Franchisegebühren ausgefochten wird? Ist es schlichtweg Betrug vom Franchisepartner? Falls ja, betrügt er unter Deiner Marke auch in anderen Bereichen? Verschweigt er nicht nur Dir, sondern auch dem Finanzamt gegenüber einen Teil seiner Einnahmen? Bekommen seine Mitarbeiter mit, dass ihr Chef Geld an der Kasse vorbeizieht?
Ist der Verdacht erstmal da, dass einer Deiner Franchisepartner Geld an Dir vorbeizieht, zieht die Vertrauensfrage möglicherweise noch weitere Kreise: handelt es sich um einen Einzelfall oder machen das mehrere Franchisepartner?
Vertrauen wieder herzustellen, ist eine mühsame Sache. Deshalb hier einige “harte” und “weiche” Tipps, wie Du von vornherein es verhinderst, dass Franchisepartner Ihre Umsätze niedriger angeben als sie es in Wirklichkeit sind. Mache Deine Franchisepartner darauf aufmerksam bzw. erinnere sie daran, dass
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Du und Dein Team in der Systemzentrale ihnen kontinuierlich eine Top-Leistung erbringt (natürlich nur, wenn das auch stimmt).
- im Falle eines Unternehmensverkaufs sie selbst dadurch ihren Verkaufspreis massiv drücken.
- sie in systeminternen Betriebsvergleichen immer am Ende des Rankings sein werden.
- sie Steuern hinterziehen, sofern sie auch bei der Steuererklärung fälschlicherweise zu niedrige Umsätze angeben.
- dies ein Verstoß gegen den Franchisevertrag ist und dafür Strafen oder die Vertragskündigung drohen.
- Du Kontrollmöglichkeiten über Systemlieferanten hast.
- berechtigt bist, die Buchhaltung seines Betriebs gründlich zu prüfen.
- ein Franchisepartner, der seinen Franchisegeber betrügt, auch seinen Franchisenehmer-Kollegen schadet.
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die erfolgreichsten Franchisepartner diejenigen sind, die sich auf ihren geschäftlichen Erfolg fokussieren und sich nicht in kleinlichen Tricksereien verlieren.
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Selbstverständlich sollte natürlich sein, dass Du Deinen Franchisepartnern eine gute und leicht bedienbare Software für Kasse oder Rechnungsstellung zur Verfügung stellst/empfiehlst, die es ihnen ermöglicht, sämtliche Umsätze unkompliziert zu erfassen und Dir zu reporten.
Wenn sich der Verdacht bestätigt, dass einer Deiner Franchisepartner Dir tatsächlich erzielte Umsätze nicht meldet und so Franchisegebühren einsparen will, solltest Du einerseits schnell und konsequent handeln, damit diese Verhaltensweise in Deinem System sich nicht ausbreitet.
Andererseits solltest Du Dich dadurch keinesfalls in generelle Vertrauenszweifel gegenüber Deinen Franchisepartnern stürzen – das wäre dem großen Vertrauen, dass Ihr Euch wechselseitig oft schon seit vielen Jahren entgegenbringt, nicht angemessen.
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Exkurs: Pauschale Franchisegebühr als Lösung?
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Manche Franchisegeber, die die monatlich laufende Franchisegebühr ihren Franchisepartnern ausschließlich in Form einer gleichbleibenden Pauschale in Rechnung stellen, frohlocken bei diesem Thema. Sie sagen: Geld am Franchisegeber vorbeiziehen geht ja nur, wenn die monatliche Franchisegebühr als prozentualer Anteil auf den Umsatz berechnet wird.
Stimmt – und ist doch zu kurz gedacht. Denn meistens geht eine Franchisegebühr ausschließlich auf pauschaler Basis einher damit, dass der Franchisegeber keinerlei System etabliert hat, mit dem er zumindest die Umsätze, besser noch einige weitere Geschäftsentwicklungszahlen mehr erfassen kann.
Kennt aber der Franchisegeber die wirtschaftliche Entwicklung der Betriebe seiner Franchisepartner nicht, darf er nicht behaupten, ein bewährtes, erfolgreiches Franchisesystem zu haben. Es könnte noch viel erfolgreicher oder katastrophaler sein als gedacht. Niemand weiß es.
Es hilft also nichts: Jeder Franchisegeber muss wissen, wieviel Umsatz jeder Standort seines Systems macht, um mindestens monatlich eine minimale Datenbasis zur Steuerung seines Systems zu haben, um die Franchisegebühren zu berechnen oder – wie in den meisten Fällen – beides.
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