Franchisesysteme als Organisationen mit geografisch verstreuten Einheiten kennen Handbücher schon lange – nicht als lästiges “muss man halt haben”, sondern als zentrales Führungsinstrument.
Dennoch – Handbücher in Form von Aktenordnern, Tonkassetten oder webbasierten Lösungen sind keine Erfindung neuzeitlicher Franchisesysteme.
Schon der Ordensgründer Benedikt (ca. 480 bis 547) schrieb ein Handbuch für den Betrieb von Klöstern, die sich unter seiner Marke gründeten und noch gründen. Nennen wir sie ruhig Franchisebetriebe, denn ein Benediktinerkloster gehört der klösterlichen Gemeinschaft von Mönchen oder Nonnen selbst. Der Abt oder die Äbtissin leiten das Kloster und werden von den Eigentümern für diese Position gewählt.
Das Franchisehandbuch von Benedikt heißt “Die Regel des heiligen Benedikt” und ist bis heute bei amazon & Co erhältlich. Im A4-Layout umfasst dieses schmale Bändchen kaum 40 Seiten. Bedenkt man, dass dieses schmale Bändchen seit dem 6. Jahrhundert bis zur Gegenwart die zentrale Anleitung des richtigen klösterlichen Lebens für hunderte von Klöstern ist – rund 900 weltweit, davon ca. 100 im deutschsprachigen Raum – könnte es doch für Dich als Franchisegeber-Kollegen vom heiligen Benedikt Wert sein, einen Blick dort hineinzuwerfen.
Schon die Kapitelüberschriften werden Dich als Franchisegeber aufhorchen lassen:
Zum Beispiel heißt es da “Die Aufnahme der Gäste”. Ich vermute, in Deinem Handbuch wird es ein ähnliches Kapitel geben. Wahrscheinlich wird es “Umgang mit den Kunden” oder “Bedienung unserer Gäste” heißen. Ein anderes Kapitel heißt “Kleidung und Schuhe der Brüder”. In der Sprache Deines Handbuchs dürfte es “Kleiderordnung” heißen. So setzt es sich Kapitel für Kapitel fort, so dass das Inhaltsverzeichnis noch heute als Vorlage zur Strukturierung eines Franchisehandbuchs dienen könnte.
Einige weitere Beispiele: