
Beauty-Franchisesysteme, die auf unternehmerisch denkende Quereinsteigerinnen statt ausschließlich auf selbst behandelnde Partnerinnen setzen und zusätzlich Produktverkauf oder apparative Kosmetik einbinden, lassen sich deutlich leichter über einen einzelnen Standort hinaus skalieren.
Was unterscheidet das Behandlerin-Modell vom Quereinsteigerinnen-Modell im Beauty-Franchise?
Beim Behandlerin-Modell führt die Franchisepartnerin selbst Behandlungen durch, arbeitet also im Business und bleibt oft bewusst klein. Beim Quereinsteigerinnen-Modell bringt die Partnerin BWL-, Personal- und Vertriebs-Know-how mit, delegiert Behandlungen an Angestellte und arbeitet am Business – Voraussetzung für Mehrfachstandorte und echtes Wachstum.
In der Beauty-Branche prägen zwei grundlegend unterschiedliche Partnerinnen-Typen den Erfolg eines Franchisesystems:
| Kriterium | Behandlerin-Modell | Quereinsteigerinnen-Modell |
|---|---|---|
| Fokus der Partnerin | Behandlung selbst durchführen | Betrieb organisieren, Team führen |
| Typische Motivation | Liebe zum Detail, persönliche Kundinnenbeziehung | Unternehmerischer Erfolg, Skalierung |
| Mitgebrachte Kompetenz | Fachliches Handwerk (z. B. Kosmetik, Nägel) | Betriebswirtschaft, Personalmanagement, Vertrieb |
| Wachstumspotenzial pro Standort | Begrenzt durch eigene Behandlungszeit | Skalierbar durch Mitarbeiterinnen |
| Eignung für Mehrfachstandorte | Eher gering | Deutlich höher |
Wir sehen in unserer Beratungsarbeit – seit 2011 haben wir über 250 Franchisesysteme quer durch Branchen wie Gastronomie, Handwerk, Pflege, Fitness und eben auch Beauty begleitet – immer wieder, dass Franchisegeber unbewusst auf das Behandlerin-Modell setzen, weil es sich zunächst einfacher rekrutiert. Das Problem: Eine Partnerin, die selbst behandeln will, stößt an eine harte Kapazitätsgrenze. Wer hingegen von Beginn an unternehmerisch denkende Quereinsteigerinnen gewinnt, legt die Basis für ein System, das über den Pilotbetrieb hinauswächst.
Warum stößt das reine Zeit-gegen-Geld-Modell in der Beauty-Branche an Grenzen?
Wer nur Behandlungszeit verkauft, kann den Umsatz pro Standort nicht beliebig steigern – selbst bei hochpreisigen Behandlungen ist die Kapazität durch Öffnungszeiten und Personal begrenzt. Ein Ausweg sind apparative Kosmetik, die zeitweise unbeaufsichtigt läuft, sowie systematischer Produktverkauf.
Die meisten Beauty-Geschäftsmodelle rechnen Umsatz direkt gegen Behandlungsminuten. Das begrenzt das Wachstum strukturell, denn:
- Eine Behandlerin kann pro Tag nur eine begrenzte Zahl an Kundinnen bedienen
- Öffnungszeiten (z. B. 09:00–19:00 Uhr an fünf Werktagen) setzen eine harte Obergrenze
- Hochpreisige Behandlungen verschieben die Grenze nach oben, heben sie aber nicht auf
Zwei Wege durchbrechen diese gläserne Decke:
- Apparative Kosmetik: Geräte, die die Kundin zeitweise allein lassen können, erlauben paralleles Arbeiten und erhöhen den Durchsatz pro Behandlerin.
- Produktverkauf: Systematisch geschulte Partnerinnen und Angestellte verkaufen ergänzende Pflegeprodukte und erschließen eine zweite Umsatzquelle neben der reinen Behandlungszeit.
Ein klassisches Abo-Modell wie im Fitnessstudio ist dagegen schwer übertragbar, weil Beauty-Behandlungen fast immer persönliche Anwesenheit erfordern. Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob ein Beauty-Konzept ein Lifestyle-Business einer Einzelperson bleibt oder zu einem echten Franchisesystem mit Klebstoff für viele Partnerinnen wird.
Wie groß können Beauty-Franchisesysteme tatsächlich werden?
Nur wenige Beauty-Franchisesysteme erreichen eine dreistellige Standortzahl: sunpoint zählt über 180 Standorte, Hairfree über 80 – trotz vieler existierender Systeme pro Behandlungsform. Die meisten bleiben klein, weil sie stark von einzelnen, selbst behandelnden Inhaberinnen abhängen.
Für nahezu jede Beauty-Behandlungsform – Haarentfernung, Hautstraffung, Fettabbau, Fingernägel, Head Spa, Augenbrauen, Kosmetik, Friseur, Sonnenstudio – existiert mindestens ein Franchisesystem, oft mehrere mit unterschiedlicher Spezialisierung (z. B. Laser- vs. Wachs-Haarentfernung). Nur wenige davon erreichen relevante Größe:
- sunpoint: über 180 Standorte, obwohl die große Zeit der Sonnenstudios längst vorüber ist
- Hairfree: über 80 Standorte
Diese Beispiele zeigen: Standortzahl korreliert nicht zwangsläufig mit Branchen-Boom, sondern mit einem Geschäftsmodell, das die Abhängigkeit von einer einzelnen Inhaberin auflöst. Wer als Franchisegeberin ein System mit Wachstumsambition aufbauen will, muss diese strukturelle Hürde von Anfang an mitdenken – genau hier setzt die FranchiseMacher-Methode in vier Schritten an, von der Tragfähigkeitsprüfung über das Handbuch bis zur Partnerakquise.
Wie verändert sich die Zielgruppe von Beauty-Franchisekonzepten?
Frauen bleiben die Hauptkundinnen von Beautystudios, doch der Männeranteil steigt jährlich. Es existieren bereits Konzepte ausschließlich für Männer, und durch Social-Media-Influencer wächst das Beauty-Interesse männlicher Jugendlicher spürbar.
Der Wunsch nach Schönheit und Jugendlichkeit ist jahrhundertealt und wird nach unserer Einschätzung noch lange bestehen bleiben. Was sich ändert, ist die Zielgruppe:
- Frauen sind weiterhin die überwiegende Mehrheit der Kundinnen in den meisten Beautystudios
- Der Anteil männlicher Kunden steigt von Jahr zu Jahr
- Es gibt bereits eigenständige Konzepte, die ausschließlich Männer ansprechen
- Über Social-Media-Influencer wächst das Interesse an Beauty-Themen bei männlichen Jugendlichen rasant
Für Franchisegeber bedeutet das: Ein Konzept, das heute auf eine reine Frauenzielgruppe zugeschnitten ist, sollte die Erweiterungsfähigkeit auf männliche Kunden von Beginn an im Handbuch und in der Markenpositionierung mitdenken.
Häufige Fragen
- Sollte eine Beauty-Franchisepartnerin selbst behandeln oder besser managen?
- Beides funktioniert, aber für Skalierung über einen Standort hinaus ist eine unternehmerisch denkende Partnerin, die delegiert und managt, im Vorteil gegenüber einer Partnerin, die primär selbst behandeln möchte.
- Warum sind Beauty-Franchisesysteme oft klein?
- Weil die Geschäftsmodelle meist reine Behandlungszeit verkaufen und stark von der jeweiligen Inhaberin abhängen, die häufig lieber im statt am Business arbeitet und mit moderatem wirtschaftlichem Erfolg zufrieden ist.
- Wie kann ein Beauty-Konzept mehr Umsatz erzielen als nur durch Behandlungszeit?
- Durch apparative Kosmetik, die Kundinnen zeitweise unbeaufsichtigt lässt, sowie durch systematisch geschulten Verkauf von Beauty-Produkten neben der eigentlichen Behandlung.
- Funktioniert ein Abo-Modell wie beim Fitnessstudio auch bei Beauty-Franchises?
- Nur eingeschränkt, da Beauty-Behandlungen fast immer eine persönliche Anwesenheit der Behandlerin erfordern, anders als viele Fitnessstudio-Leistungen.
- Welche Beauty-Franchisesysteme sind in Deutschland besonders groß?
- sunpoint (über 180 Standorte im Bereich Sonnenstudio) und Hairfree (über 80 Standorte im Bereich Haarentfernung) gehören zu den größeren Systemen der Branche.
- Wie hilft die FranchiseMacher-Methode beim Aufbau eines Beauty-Franchisesystems?
- Sie begleitet Unternehmer durch die Phasen Orientierung, Aufbau, Skalierung und Exit und hilft, Geschäftsmodell-Fragen wie Partnerinnenprofil und Umsatzstruktur bereits im Handbuch und Vertrag sauber zu lösen.
Wichtige Fakten
sunpoint zählt über 180 Standorte in Deutschland.
(Branchenangabe im Ausgangstext)
Hairfree zählt über 80 Standorte.
(Branchenangabe im Ausgangstext)
Die FranchiseMacher GmbH wurde 2011 in Teltow gegründet und hat seitdem über 250 Franchisesysteme begleitet.
Die FranchiseMacher haben ein Google-Bewertungsprofil mit 4,9/5 Sternen bei 38 Bewertungen.
Ein einsatzfähiges Franchisesystem entsteht mit der FranchiseMacher-Methode typischerweise innerhalb von 6-12 Monaten.
Die FranchiseMacher haben bislang 205+ Live-Calls mit Kunden und 45+ Live-Events bzw. Workshops durchgeführt.
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