Als Franchise-Nehmer müssen Sie in Ihre Franchise-Selbständigkeit genau so viel investieren wie in ein selbst entwickeltes Geschäftskonzept. Sie zahlen eine Eintrittsgebühr plus Franchise-Gebühren. Sie brauchen Startkapital und oft auch eigene Geschäftsräume. Doch mit der etablierten Marke, der Hilfe des Franchise-Netzes und dessen erprobten Geschäftsabläufen haben Sie die weitaus besseren Startchancen. Ein Franchise-Nehmer ist:

1. Selbständig, aber nicht vollkommen unabhängig

Er trägt die volle Verantwortung für sein Unternehmen, ist aber dennoch an die Regeln seines Franchise-Gebers gebunden. Fehler des Franchisegebers oder anderer Franchise-Nehmer wirken sich direkt negativ auf sein Geschäft aus. Ein Franchisenehmer ist Teil einer „Schicksalsgemeinschaft“.

2. Nicht allein im System

Ein Franchise-System funktioniert nur im ehrlichen Austausch mit allen Partnern und der Zentrale. Von einem Franchisenehmer werden hohe soziale Fähigkeiten erwartet.

3. Nicht bis in alle Ewigkeit ein Franchisenehmer

Franchise-Verträge werden stets über festgelegte Laufzeiten abgeschlossen, z.B. fünf oder zehn Jahre. Endet die Laufzeit Ihres Vertrages und wird sie nicht verlängert können Franchisenehmer zumeist nicht frei über ihren Betrieb verfügen. Schließlich würden Sie zukünftig als Wettbewerber auftreten. Deshalb behalten sich Franchise-Geber Vorkaufsrechte vor.

4. Der passende Partner, wenn das Franchisesystem perfekt paßt

Das Franchisesystem für das sich ein Franchisenehmer enstcheidet, muss das Nonplusultra für ihn sein. Als Franchise-Nehmer hat man nur Erfolg, wenn man das eigene Franchise-Unternehmen mit der vollen Überzeugung und dem gleichen Engagement wie das einer Eigenmarke aufbaut.

5. Gut beraten die Regeln einzuhalten

Der Franchise-Geber gibt nicht nur die Marke, das Produkt oder die Dienstleistung und das äußere Erscheinungsbild vor. Auch die Betriebsabläufe sind in der Regel vereinheitlicht. Daher ist ein Franchisenehmer an die Entscheidungen und die Geschäftspolitik des Franchise-Gebers gebunden. Schließlich möchte dieser sein erfolgreiches Konzept an allen Standorten identisch umsetzen.

6. Offen und Team- und lernfähig

Von einem Franchise-Nehmer werden höchste soziale Kompetenzen abverlangt. Er sollte nicht nur seine Mitarbeiter führen und motivieren können, sondern auch offen, ehrlich und konstruktiv mit der Zentrale und den anderen Franchise-Partnern kommunizieren. Je familiärer die Atmosphäre ist, desto reibungsloser läuft die Zusammenarbeit.

7. Ein Macher-Typ

Ein Franchisenehmer löst Probleme und räumt Hindernisse aus dem Weg. Wenn er oder sie immer schon derjenige gewesen ist, der sich gesagt hat „Ich pack‘s an – ich geb‘ mich nicht zufrieden oder geschlagen – ich gebe nicht auf, ehe der Knoten gelöst ist“? dann bringt er/sie die grundsätzliche Unternehmer-Tugend mit, die auch von einem Franchise-Nehmer erwartet wird. Und die heißt zupacken können, Lösungen finden.

8. Ein Verkäufer-Typ

Als Franchise-Nehmer ist man nahe am Kunden. Stratege oder Visionär zu sein, obliegt der Zentrale. Verbesserungsvorschläge können Franchisepartner im Austausch mit der Zentrale und anderen Partnern anbringen. Dies ist oft sogar gewünscht, denn Franchise-Systeme entwickeln sich über die Erfahrungen an der Basis weiter. Viele Systeme haben auch extra dafür einen Franchise-Nehmer-Beirat geschaffen. Aber die Arbeitsteilung im Franchising heißt: Der Partner vor Ort betreut die Kunden und verkauft, die Zentrale betreut die Partner und übernimmt administrative Aufgaben.

9. Mutig, geduldig, risikobereit

In den meisten Fällen zahlt ein Franchisepartner eine vier- oder fünfstellige Eintrittsgebühr für ein Franchise-System. Und er muss bei den meisten Systemen auch noch investieren – sei es in Maschinen, Einrichtung, Geschäftsausstattung oder Personal. Doch damit nicht genug. Auch im Franchising warten selten Schlangen von Kunden darauf, dass der neue Franchisepartner endlich seinen Laden eröffnet. Bis jemand die Gewinnschwelle erreicht, vergehen oft Monate, ein Jahr oder mehr. Für diese Zeit sollte ein Franchisepartner genügend Kapital besitzen oder beschaffen, um seine Lebenshaltungskosten bestreiten zu können und für seine Familie zu sorgen.

10. Ein Steh-Auf-Typ

Wenn die erste Euphorie verflogen ist, die ersten Aufträge abgewickelt sind und trotz permanenter Kundenakquise plötzlich die Aufträge ausbleiben und noch dazu ein Groß-Kunde auch nach Monaten seine Rechnung nicht zahlt. Was dann? Zwar mögen die Ansprachen und die Tipps der anderen Franchise-Netzwerkpartnern Wirkung zeigen. Aber nur wer sich schon oft aus schwierigen Lagen wieder hochgekämpft hat und ein erprobter Kämpfer ist wird auch im Franchising ein erfolgreicher Unternehmer und Franchisepartner werden.

FRANCHISE ist keine Raketenwissenschaft. Aber man sollte bereit sein, über viele Jahre vollen Einsatz zu bringen. Man muss dranbleiben und mit Rückschlägen fertigwerden. Fragen Sie sich auch, ob Sie ein Franchisenehmer-Typ sind?


wissensarbeit