Was ist an Franchise so faszinierend?

Will ein Franchisegeberunternehmer seine Marke bekannter und erfolgreicher machen und mit seinem Geschäftsmodell expandieren, dann kann er das unter anderem mit dem Organisationsmodell Franchise tun. Beim Franchising stellt ein Franchisegeber einem Franchisepartner die (regionale) Nutzung eines Geschäftskonzeptes und einer Marke gegen Entgelt zur Verfügung.

Ein Unternehmer-Netzwerk

Franchise ist also, wenn Unternehmer unter einer Marke mit einem einheitlichen Geschäftsmodell an unterschiedlichen Orten auftreten. Sowohl Franchisegeber als auch Franchisenehmer erfüllen sich meistens mit dem Start ihrer Franchisegeber- oder Franchisenehmer Firma einen Lebenstraum. Franchise erleichtert diesen Start in die Selbständigkeit für potentielle Franchisepartner ungemein. Ein erprobtes Geschäftsmodell (an dem natürlich immer noch gefeilt und optimiert wird), funktionierende Geschäftsprozesse, einführende Schulungen, die in kürzester Zeit den kompletten Know-How-Transfer sicher stellen. Wo bekommt man das schon? Das man für all das Gebühren zahlen muß, erklärt sich von selbst. Schließlich hat der Franchisegeber viel Lern-Geld bei der Entwicklung seines Modells und beim Aufbau des Systems bezahlt.

Lernende Organisation

Für die weitere Konzept- und Systementwicklung fungieren die Franchisepartner als Seismographen vor Ort an ihrem Standort. Sie erkennen als erste Entwicklungstendenzen, neue Trends oder neue Mitwettbewerber im eigenen Segment. Werden diese Informationen im Rahmen von ERFA-Tagungen oder von Partner-Managementbesuchen an die Systemzentrale weiter gegeben, entsteht eine Dynamik, die an Wissensvorsprung kaum zu überbieten ist.

Franchisesysteme sind gelebte lernende Organisationen! Franchise ist ein Organisationsmodell der Avantgarde!

 

 

 

 

Oder lieber doch angestellt?

Die Zusammenarbeit mit Selbständigen Unternehmern birgt viele Herausforderungen. Aber – diese Menschen wollen was bewegen, sich selbst verwirklichen, die Höhen und Tiefen des Unternehmersein erleben, eigenständig agieren, Entscheidungen selber treffen (und gucken was passiert). Sie wollen leben und gestalten. Deshalb gibt es immer mehr Unternehmen (und auch Groß-Konzerne) die stetig die Selbständigkeit oder das selbständige Lernen und Arbeiten fördern und in Ihre Kultur einfließen lassen. Arbeitsplätze werden mobil, Arbeitszeiten nicht mehr fest vorgeschrieben sondern Ergebnisse gemessen, Projektfortschritte online und jederzeit einsehbar dokumentiert.

Trotzdem sind Menschen in einem Angestelltenverhältnis, trotz immer mehr Bewegungsfreiheit, grundsätzlich in einer anderen Rolle. Sie sind in einem Abhängigkeitsverhältnis und weisungsgebunden. Trotz des Rufes nach Mitarbeitern, die „quer-Denken“ und auch mal „den Mund aufmachen“ sollen sieht die Praxis einfach anders aus. Das muß auch so sein, weil die Rollenverteilung eine andere ist.

Franchisegeber heute

Auch Franchisesysteme wurden „früher“ durchaus durch Patriarchen geführt und Anweisungen einfach durchregiert. Mit ausschließlich selbständigen Unternehmern kommt jede Organisationsform mit diesem Führunsgstil aber schnell an ihre Grenzen. Ein Franchisenetzwerk, dass auf diese Weise geführt wird, wird nicht lange am Markt zu finden sein.

Heute haben erfolgreiche Franchisegeber die Haltung, dass sie auch nicht alles wissen und besser können als ihre Franchisepartner. Ganz im Gegenteil. Das tägliche Doing beherrscht ein Franchisepartner, der den ganzen Tag IM Unternehmen tätig ist, einfach besser. Ein Franchisegeber, der täglich AM System arbeitet, ist dafür besser im Innovationsmanagement und der Prozessoptimierung. Wenn beide sich an die Umgangs-Regeln halten, ist das eine unschlagbare Erfolgs-Mischung.

Erfolgreiche Franchisegeber sind heute eher Know-How-Vermittler, Transfer-Verantwortliche, Netzwerk-Hauptansprechpartner, Koordinatoren.

Die Zukunft des Franchisings

Immer mehr Institutionen aus dem Bildunsgwesen, anderen sozialen Bereichen und Start-Ups setzen auf selbständige Unternehmer-Netzwerke. Konzerne sourcen Franchiseabteilungen aus, um näher am Markt und am Endkunden zu sein. Die Beweglichkeit eines Franchisenetzwerks und das schnelle Reaktionsvermögen durch Unternehmer vor Ort, erkennen immer mehr Firmen in der (weltweiten) Wirtschaft. Für nachfolgende Generationen werden diese Organisationsstrukturen an Bedeutung gewinnen und mit ihren Lebensplänen eindeutig besser vereinbar sein als mit einem nine-to-five-job.