6 Gründe dafür, dass Sie kein Franchisesystem aufbauen sollten (mit Video)

Wir sind große Fans von Franchisesystemen und begleiten seit vielen Jahren Unternehmer dabei, ihr Geschäftsmodell als Franchise zu skalieren. Aber bei aller Begeisterung: Franchise ist nicht für jeden. Franchising stellt besondere Anforderungen sowohl an das Geschäftsmodell als auch an den zukünftigen Franchisegeber. Die folgenden sechs Aspekte sollten Sie daher prüfen, wenn Sie vorhaben, ein Franchisesystem aufzubauen.

1. Ihr Geschäftsmodell ist zu komplex, um franchisierbar zu sein

Franchising ist faszinierend und stellte sich in den letzten Jahren auch als ziemlich krisensicher heraus. Dennoch eignet sich einfach nicht jedes Geschäftsmodell für ein Franchisesystem. Insbesondere sehr komplexe Modelle mit vielen verschiedenen Dienstleistungen oder Angeboten sind nicht franchisierbar. Denken Sie an berühmte Franchisesysteme wie McDonald’s oder The Body Shop: Hier steht ein genau umrissenes Angebot im Zentrum, das an verschiedenen Standorten exakt reproduziert werden kann.

Eine Möglichkeit gibt es jedoch auch für komplexe Geschäftsmodelle: Sie können Ihr Angebot auf eine Sparte bzw. eine Dienstleistung reduzieren und diese im Rahmen eines Franchisesystems skalieren. Wichtig ist, dass ausreichend Fokussierung gegeben ist.

2. Sie haben kein Alleinstellungsmerkmal

Mit dem sogenannten USP (engl. Unique Selling Proposition = Alleinstellungsmerkmal) haben Sie sich sicher im Rahmen Ihrer Angebote und Ihres Marketings bereits beschäftigt. Für ein Franchisesystem ist das Alleinstellungsmerkmal noch wichtiger, denn das besondere Angebot des Unternehmens muss an vielen unterschiedlichen Standorten herausragen und gegen die Konkurrenz leicht zu verteidigen sein. Auch der Wiedererkennungswert des Unternehmens ist eng mit dem USP verbunden.

Der USP kann viele unterschiedliche Formen annehmen. Das Unternehmen Fielmann hat beispielsweise auf günstige Preise als USP gesetzt und sich damit einen Namen gemacht. Apple hingegen setzt seine höheren Preise durch, indem die Produkte als exklusiv und als Statussymbole vermarktet werden und ein starker Community-Gedanke aufgebaut wird. Amazon ist für besonders schnellen und – mit Prime-Mitgliedschaft – kostenlosen Versand bekannt, wieder andere Unternehmen punkten in Zeiten des Klimawandels mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit.

Ihr USP muss nicht zwingend nach außen hin sichtbar sein, doch es sollte sich um ein echtes Alleinstellungsmerkmal handeln, das Ihr Geschäftsmodell deutlich von Mitbewerbern abgrenzt. Die folgenden Fragen können Ihnen helfen, Ihren eigenen USP zu definieren:

  • Welches Problem lösen wir (idealerweise anders als andere Unternehmen)?
  • Was funktioniert bei anderen Unternehmen nicht oder weniger gut als bei uns?
  • Welche Wünsche der Zielgruppe sind bisher unerfüllt und werden durch unser Angebot erfüllt?
  • Wie lautet unser Produkt- bzw. Dienstleistungsversprechen?
  • Was sagen begeisterte Kunden über unser Angebot?

3. Ihr Konzept benötigt keine Menschen vor Ort

Heutzutage lassen sich viele Angebote rein online, gegebenenfalls mit einem kleinen lokalen Team in einer Zentrale abwickeln. Franchisesysteme leben jedoch davon, dass Menschen an vielen verschiedenen Standorten für das Unternehmen präsent und aktiv sind. Sie netzwerken an ihrem eigenen Wohnort, vertreten die Marke nach außen, gewinnen neue Kunden für das Unternehmen und sind Ihre Seismografen vor Ort.

Durch diesen Multiplikatoreffekt entwickelt ein Franchisesystem erst seine volle Kraft. Reine Onlinesysteme sind daher für ein Franchisekonzept nicht geeignet.

 

 

 

 

4. Sie haben keinen erfolgreichen Pilotbetrieb

Der Pilotbetrieb ist ein essenzieller Teil eines erfolgreichen Franchiseunternehmens. Unter anderem zeigt er Interessenten, dass das Geschäftsmodell funktioniert und wie es bereits in der Vergangenheit umgesetzt wurde.
Der Pilotbetrieb ist sozusagen der Praxistest für ein geplantes Franchiseunternehmen und er ist im Europäischen Verhaltenskodex für Franchising ausdrücklich vorgesehen. Oft ist der Pilotbetrieb das bereits existierende Geschäft (das allerdings explizit als Pilotbetrieb geführt werden sollte), das später zum Franchisesystem aufgebaut wird. Zwingend notwendig ist das aber nicht: Ein Pilotbetrieb kann auch gezielt gegründet werden, um die Basis für das zukünftige Franchiseunternehmen zu schaffen.

Mithilfe des Pilotsystems testen Sie zum einen die Tragfähigkeit des Geschäftsmodell als solches, zum anderen auch sämtliche Innovationen, bevor sie in das gesamte Franchisesystem übertragen werden. Der Pilotbetrieb bleibt also auch nach Gründung des Franchisesystems bestehen. Idealerweise gibt es sogar mehrere Pilotbetriebe an mehreren Standorten. Mindestens zwei Jahre Erfahrung sollten Sie mit einem Pilotbetrieb bereits gesammelt haben, bevor Sie den Aufbau eines Franchisesystems anstreben.

5. Sie haben kein Kapital für den Aufbau des Franchisesystems

Der Aufbau eines Franchisesystems braucht Kapital, denn es handelt sich hier um eine neue Firma, die von Grund auf aufgebaut werden muss. All die üblichen Kosten – vom Personal über das Marketing bis hin zum Vertrieb –, die auch für das bisherige Geschäft angefallen sind, müssen erneut gedeckt werden.

Als Orientierung können dabei die Kosten für die Gründung des Pilotbetriebs dienen. Rechnen Sie als Faustregel mit diesen Beträgen, um herauszufinden, wie viel Sie in die Skalierung Ihres Geschäfts mindestens investieren sollten. Die Zahlen aus dem Pilotbetrieb sind außerdem von hoher Relevanz für Ihre zukünftigen Franchisepartner, die ja ebenfalls wissen müssen, wie viel Kapital sie für die Gründung einplanen sollten.

6. Sie arbeiten nicht gern mit Menschen zusammen

Es klingt wie eine Binsenweisheit, doch dieser letzte Aspekt ist nicht zu unterschätzen. Als Franchisegeber werden Sie sehr häufig im intensiven Kontakt mit Menschen sein. Das betrifft zum einen Ihre Mitarbeiter in der Zentrale, zum anderen aber auch die vielen Unternehmerinnen und Unternehmer, die mit Ihrer Hilfe und mit Ihrem Konzept ihre eigene Selbstständigkeit aufbauen wollen.

Zu den Pflichten eines Franchisegebers gehört es unter anderem, neue Franchisepartner umfassend zu schulen. Das betrifft die wichtige zu Themen wie Kundengewinnung, Know-how zum Geschäftsmodell, kaufmännischem Grundwissen und vielem mehr. Aber auch die kontinuierliche Weiterbildung der Franchisepartner fällt in das Aufgabenfeld des Franchisegebers. Manche dieser Aufgaben können Sie mit der Zeit an Mitarbeiter abgeben. Den Kontakt zu und die Arbeit mit Menschen sollten Sie als Franchiseunternehmer dennoch mögen.

Ein eigenes Franchisesystem aufbauen – wie geht das?

Sie haben diese sechs Punkte durchgearbeitet und keine Hindernisse gefunden? Motiviert Sie der Gedanke, mit einem Franchisesystem in kurzer Zeit auf 6-stellige Umsätze zu skalieren und mit Ihrem Geschäftsmodell anderen Menschen eine erfolgreiche Selbstständigkeit zu ermöglichen? Wir von den FranchiseMachern begleiten als Mentoren, Sparringspartner und Coaches Franchiseunternehmer und diejenigen, die es gern werden möchten, beim konsequenten und erfolgreichen Aufbau.

In einem kostenfreien Gespräch finden wir mit Ihnen heraus, ob Ihre Geschäftsidee das Potenzial zum Franchiseunternehmen hat.

 

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