Die EU-Kommission wie auch der Europäische Verhaltenskodex für Franchising verpflichten den Franchisegeber, als Bestandteil des Franchisepakets sein in der Praxis erworbenes Know-how dem Franchisepartner zur Verfügung zu stellen. Hierzu zählt vor allem das Training des Franchisepartners, das von einer Anfangsschulung über Fortbildungsangebote bis hin zu Fachschulungen und Spezialausbildungen reicht und zu den Dauerverpflichtungen des Franchisegebers zählt.

Schulungen - Leistungen des Franchisegebers

Schulungsmaßnahmen zählen zu den wichtigen Leistungen des Franchise-Gebers für seine Franchise-Nehmer. Franchise-Nehmer sollten intensiv zum Start in ihre Selbständigkeit mit dem jeweiligen Franchisesystem in folgenden Bereichen geschult werden:

  1. Know-How des Geschäftsmodells (betriebliche Prozesse, Abläufe, Erfolgsfaktoren im Tagesgeschäft)
  2. Kundengewinnung
  3. alle erfolgreich erprobten Maßnahmen im lokalen Marketing
  4. Personalführung
  5. Arbeitsrecht
  6. Hygiene- und Qualitätsstandards und deren Einhaltung
  7. kaufmännsiches Grundwissen (Kalkulationen)
  8. Grundsätze ordnungsgemäßer Buchhaltung
  9. Steuerrecht
  10. Franchiserecht

Weiterbildung

Auch später sollten Franchisegeber ihren Franchise-Partnern oder auch deren Mitarbeitern die Möglichkeit zur Weiterbildung geben. Themen wären z.B.

  1. Management
  2. Personalführung
  3. erfolgreich Verkaufen
  4. Kunden und Markt
  5. Innovationen

Drum schule wer sich ewig bindet

  • Franchise-Nehmer sollten sich vor Abschluss eines Franchise-Vertrages genau über den Umfang und die Qualität der angebotenen Schulungsmaßnahmen informieren. Fehlende fachliche oder betriebswirtschaftliche Kenntnisse können später nur durch erheblichen Mehraufwand und eigenfinanzierte Bildungsmaßnahmen erworben werden.
  • Franchisepartner sollten auch die im Franchisevertrag festgelegten Gebühren für Schulungsmaßnahmen prüfen.
  • In einigen Branchen bieten Franchise-Systeme ihren Interessenten die Möglichkeit an, vor Vertragsunterzeichnung einen "Schnuppertag" durchzuführen oder in einem bestehenden Franchise-Betrieb zu hospitieren.
  • Auch die järhlich stattfindenden Franchisenehmer-Jahrestagungen / ERFA-Tagungen bieten die Möglichkeit der Weiterbildung in Workshops oder persönlichen Gesprächen.
  • Immer häufiger schulen Franchisegeber ihre Franchisepartner mit Hilfe von Online-Schulungskonzepten (E-Learning), Skype-Konferenzen, Webinaren oder dem systemeigenen YouTube-Kanal. Das Internet wird zunehmend zur Know-How-Vermittlung genutzt.