Es gibt Marktesegmente, die sehr stark expansiv sind und schnell wachsen. In Deutschland gehört dazu vor allem der Fitnessmarkt. Aber bedeutet "schnell wachsen" und "stark expansiv" auch immer gleich "Geld in der Kasse"?


Der Fitnessmarkt - Mit Franchise in die Expansion

Der Fitnessmarkt ist einer der am schnellsten wachsenden Sportsegmente in Deutschland. Neben Anbietern aus dem Discount- und Premiumbereich profitieren vor allem Anbieter von Special-Interest-Konzepten und Personal- bzw. Kleingruppentrainer vom zunehmenden Gesundheitsbewusstsein der Deutschen. Insgesamt sieht die Branche optimistisch in die Zukunft. Es wird von den Anlagenbetreibern weiterhin ein Gesamtwachstum des Marktes erwartet, wobei das Fitnessangebot durch eine weitere Differenzierung und Spezialisierung geprägt sein wird.

Erfolgreich! ... aber auch liquide?

Hört man in den Markt hinein, gibt es jede Menge Erfolgsstories von Franchisepartnern sehr bekannter Fitnesssysteme. Doch sind sie auch wirklich mit ihrem eigenen Studio so erfolgreich, dass sie langfristig am Markt bestehen können? Das heißt:

  • Verfügen sie über das kaufmännische Verständnis, über lange Jahre den Betrieb erfolgreich zu führen?
  • Hat der Franchise-Unternehmer seine Kosten im Griff?
  • Weiß er, wie hoch seine Rücklastschriftqquote ist?
  • Weiß er, wann seine Leasingverträge auslaufen und er wieder investieren muß?
  • Hat er die vertraglich festgelegten Mieterhöhungen fest ein geplant?
  • Kennt er die Tilgungsmonate für sein Darlehen?
  • Hat er regelmäßige Gespräche mit seinen Bank- und Steuerberatern und setzt diese über die aktuellen Entwicklungen in Kenntnis?
  • Hat er seine Liquidität im Griff?

Leider muß man diese Frage im täglichen Geschäftsleben sehr oft mit Nein beantworten. Häufig wendet sich der betroffene Franchisepartner in seiner Not an den Franchisegeber (und gibt ihm nicht selten die Schuld an seiner persönlichen und geschäftlichen Misere). Das ist in jedem Fall sehr schade und sorgt erst einmal für kommunikatives Chaos. Bis beide Seiten "die Kurve" bekommen haben, ist noch mehr Zeit vergangen und das Problem hat sich verstärkt.

Unterstützung durch den Franchisegeber

Franchisegeber können dieser ungünstigen Situation durch ein paar einfache Maßnahmen im Partnermanagement vorbeugen:

  • Gemeinsam mit dem Franchisepartner eine regelmäßigen Soll/Ist Abgleich (in den ersten 24 Monaten am besten alle 2 Monate) durchführen, analysieren und Zahlungsströme korrigieren.
  • Bei hoher Rücklastschriftquote die Ursachen ermitteln und dementsprechend Zahlungstermine verlegen.
  • Eine Liquiditätsunterstützende Software zur Verfügung stellen, die leicht verständlich Soll/Ist Abweichungen darstellt und rechtzeitig auf Risiken hinweist.
  • Machen Sie Ihre Franchisepartner schon bei der Erstellung des Businessplans auf die Höhe und Bedeutung der Standort-Nebenkosten aufmerksam (Strom, Wasser, Ware etc.).

Damit haben Franchisegeber ihre Franchisepartner beim Controlling der größten liquiditätsbeeinflussenden Posten umfangreich unterstützt. Ergänzend dazu bietet es sich an:

  • die Personaleinsatzplanung zu hinterfragen (Schichtpläne, Urlaubsregelungen),
  • die Marketingplanung für den Standort des Franchisepartners zu prüfen. Vor allem zum Start eines neuen Standortes sollte jede einzelne Rabattaktion in Hinblick auf die Kundengewinnung hinterfragt werden. Denken Sie eher über inhouse Aktionen als über Aktionsrabatte nach. Das erhöht die Kundenbindung und mindert den Liquiditätsabfluss.

Erfolgreich und liquide!

Erfolgreiche Unternehmer, und das betrifft jeden Unternehmer - nicht ausschließlich Franchisepartner, sollten immer weiter AN ihrem Geschäft arbeiten. Niemand sollte glauben, dass es immer so weiter geht wie bisher. Sorgen sie durch Innovationen für eine weitere positive Entwicklung. Beobachten Sie den Markt und die Konkurrenz und ziehen Sie Ihre eigenen unternehmerischen Schlüsse daraus. Und noch wichtiger: Überlegen Sie gut, was Sie mit den erwirtschafteten Erträgen machen, damit Sie auch zu jeder Zeit liquide sind.