Interview „3 Fragen an": Tobias Zimmer, Founder & CEO der COFFEE-BIKE GmbH

  1. Wie bringt man seine Franchisepartner dazu erfolgreich zu sein?cb tobiaszimmer 02klein

Das Wichtigste ist ein guter Mix aus einer strukturierten Dokumentation der erfolgsrelevanten Prozesse eines Franchisepartner-Betriebes und einem persönlichen Ansprechpartner in der Franchise-Zentrale. Ein digitales Franchise-Handbuch, das genau diese Prozesse im Detail abbildet, ist die Basis für den Erfolg der Franchisepartner. Ein Franchisegeber hört nie auf, an seinem Franchise-Handbuch zu arbeiten. Es muß inhaltlich optimiert und gepflegt werden. Aber selbst wenn alle Prozesse für die Franchisepartner online, jederzeit und von überall abgerufen werden können, wenn man über Quizfragen und Multiple Choice-Fragebögen den Lernfortschritt steuert, braucht es einen Ansprechpartner auf Seiten des Franchisegebers, der für die Beantwortung der wichtigsten Fragen da ist. Die Botschaft sollte sein “Ich spreche gerne mit Dir und ich bin für Deine Fragen da.” Immer in Kombination mit dem Hinweis “Aber in Kapitel … unseres Franchise-Handbuchs findest Du das nächste Mal die Antwort.” Es sollte immer wieder auf das Handbuch verwiesen werden, schon alleine um es lebendig zu halten und eventuelle neue Themen gleich mit einzupflegen. 

 

  1. Das Wichtigste für die Expansion eines Franchisesystems ist...

...zu lernen und zu verstehen wer eigentlich der ideale Franchisepartner ist. Das sind nicht immer die Kapitalstärksten. Es ist wichtig für einen Franchisegeber das herauszufinden. Das geht natürlich sehr viel leichter, wenn man als Franchisegeber ein klares Alleinstellungsmerkmal kommuniziert. Ich rate jedem angehenden Franchisegeber seinen USP vor seiner Franchise-Expansion deutlich herauszuarbeiten und eine passende  Marketingstrategie zu entwickeln. Meistens finden einen die “richtigen” Franchisepartner dann von alleine. 

  1. Welchen Fehler sollte man beim Aufbau eines Franchisesystems tunlichst vermeiden?

Aus unserer Erfahrung heraus, sollte man eine zu frühe Internationalisierung vermeiden. Auch wenn es verlockend ist sofort die Welt zu erobern, empfehle ich jedem jungen Franchisegeber zuerst seine Hausaufgaben zu machen. Also das Alleinstellungsmerkmal genau herausarbeiten, seine Erfolgsprozesse im Franchise-Handbuch detailliert zu erfassen und ein genaues Profil seines idealen Franchisepartners festlegen. Ich denke, kein Franchisegeber kann sich davon freisprechen auch mal einen unpassenden Franchisepartner erwischt zu haben. Darunter verstehe ich jemanden, der sich nicht mit der Kultur und dem Geschäftskonzept identifiziert. Jemand der wenig bis gar nicht kommuniziert, letztendlich doch alles besser weiß, obwohl schon hundertmal erprobt. Umso wichtiger, sein Alleinstellungsmerkmal und seinen Nutzen als Franchisekonzept von Anfang an klar herauszuarbeiten. Daraus ergibt sich die passende Zielgruppe fast von selbst. 

  1. Dein Tipp für angehende Franchisegeber?

  • Ganz genau wissen, wer der richtige Franchisepartner ist.
  • Ein klares Alleinstellungsmerkmal haben und dies kontinuierlich entwickeln und kommunizieren.
  • Gerade am Anfang “Macher-Qualitäten” zeigen und in die Umsetzung gehen. Ein perfekter Businessplan nutzt niemanden etwas, wenn er nicht Schritt für Schritt umgesetzt wird. 
  1. Nach welcher Strategie expandiert Dein Franchisesystem? Bzw. nach welchen Kriterien oder auf Basis welcher Werte treibst Du aktiv die Expansion Deines Franchisesystems an?

Wir expandieren gerade nach unterschiedlichen Modellen.

  • Als Direct-Franchise (Ein Franchisepartner = ein Standort).
  • Mit einer Tochtergesellschaft im Ausland bei der wir zu 100% Gesellschafter sind.
  • Mit mehreren Masterfranchisenehmern.
  • Mittels Area Development (ein Franchisepartner entwickelt nach bestimmten Vorgaben mehrere Gebiete)

Wir gehen unterschiedliche Märkte mit unterschiedlichen Strategien an und lernen so, welche Expansionsstrategie am besten zu unserem Konzept oder auch zu dem jeweiligen Land passt.


Über Tobias Zimmer logo coffee bike 2018 mid

Tobias Zimmer hatte gerade seinen MBA abgeschlossen, als er die Coffee-Bike Idee hatte und gemeinsam mit Jan Sander gleich nach dem Studium die Firma Coffee-Bike gründete. Ein junges Start-up, dass genau zum richtigen Zeitpunkt (Gründung des Unternehmens im Dezember 2010) den Kaffeemarkt mit seinen Coffee-Bikes revolutionierte. Coffee-Bike ist eines der am schnellsten wachsenden Franchisesysteme Deutschlands. Die über 190 Franchisepartner, die mehr als 250 Coffee-Bikes betreiben, kreieren köstliche Kaffeespezialitäten an ihren Coffee-Bikes, wo und wann sie wollen. Das Coffee-Bike ist völlig autark und benötigt bis zu 18 Stunden weder eine externe Strom- noch Wasserzufuhr. Zudem sind die Coffee-Bikes so konzipiert, dass sie unter vielen klimatischen Bedingungen im Freien und an den ungewöhnlichsten Orten eingesetzt werden können. Tobias Zimmer hat in den letzten Jahren eine sehr gute Managementstruktur unter sich aufgebaut, so dass er sich mittlerweile primär um die Internationalisierung des Unternehmens und der Marke kümmern kann.