Interview „3 Fragen an": Gabriele Dawo, Geschäftsführerin von Town & Country Haus

1. Wie entwickelt man Standards für ein Franchisesystem überhaupt – beim Start des Systems und 2018 09 12 Foto Gabriele Dawo1 später  dann, wenn man wie Town & Country Haus 300 Partner hat?

Ein Franchise-System entsteht ja üblicherweise nicht, weil man ein Franchise-System gründen will, sondern weil man ein erfolgreiches  Geschäftsmodell entwickelt und dann merkt, dass dieses gut multiplizierbar ist. Rein theoretisch seziert man danach das Geschäftsmodell und findet heraus, welches erfolgskritische Teile und welches nicht erfolgskritische Teile sind. Die erfolgskritischen Teile sollten dann genau beschrieben und zum Standard gemacht werden.

Soweit zur Theorie, in der Realität sieht es dann doch etwas anders aus. In den wilden Gründerzeiten wird weniger überlegt und man macht einfach (aus Überzeugung, das Richtige zu tun). Was an einer Stelle gut geklappt hat, wird erst mal kopiert und an einem anderen Standort wiederholt. Wenn es dann an einem anderen Standort ebenfalls funktioniert, wird irgendwann im Franchise-Handbuch festgelegt, wie das Geschäftsmodell umzusetzen ist.

Interview „3 Fragen an": Niclas Bönström, Mrs.Sporty GmbH

  1. Warum ist Netzwerken im Franchise so wichtig?Portrait Niclas Bönström 2

Weil man als Franchisepartner zum einen typische Fehler vermeiden und zum anderen auf bereits vorhandenes Know-How vom Franchisegeber und von anderen Franchisepartnern zurückgreifen kann. Austausch ist die Basis und ein großer Vorteil von Franchise. Nicht jeder Unternehmer kann sich mit anderen Unternehmern der gleichen Branche austauschen. Den Netzwerkgedanken zu leben fällt im Franchise sehr viel leichter: Hier gibt es Austausch ohne Konkurrenz. So können alle Unternehmer eines Franchisenetzwerks voneinander lernen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Gerade vor wichtigen Entscheidungen, die das eigene Unternehmen betreffen, ist dieser Know-How-Transfer unbezahlbar. Erfolgreiche Expansion braucht erfolgreiche Franchisepartner. Netzwerken im Franchise ist deshalb kein Selbstzweck. Es ist der Schlüssel für die Übertragung von Erfolg und ein mächtiges Werkzeug für das Wachstum des Franchisesystems.

Interview „3 Fragen an": Björn Schultheiss von fitbox

  1. Was ist die größte Herausforderung bei der Betreuung von Franchisepartnern?2018 06 06 Bild Bjorn Schultheiss

Jeden Franchisepartner nach seinen individuellen Bedürfnissen zu betreuen. Bei fitbox sprechen wir von einem sogenannten „partnerindividuellen Betreuungsverhalten“. Man muss sich als Franchisegeber fragen: Wie tickt mein jeweiliger Franchisepartner als Mensch, als Unternehmer, als Coachee? In welcher Phase befindet sich sein Franchiseunternehmen gerade? Daraus leitet der Partnermanager dann eine individuelle Betreuung für den Franchisepartner ab. Man sollte sich zudem vorher darüber im Klaren sein, welche Rolle jeder einzelne Akteur innerhalb des Franchisesystems hat. Nicht immer oder bei jedem Thema hat beispielsweise immer der Franchisegeber einen Know-How Vorsprung. Partnerindividuell bedeutet aber auch, sich zu überlegen, was bei der Betreuung jedes einzelnen Franchisepartners wichtig ist: Partner X kann ich z. B. nur mit Zahlen und dem strengen Einfordern der vereinbarten Ziele erreichen. Partner Y braucht dagegen mehr Nachsicht, um an sein Ziel zu kommen, während Partner Z einfach nur froh ist, wenn er ab und zu jemanden hat, bei dem er seinen Frust abladen kann.